Ausrutscher, Beleidigungen und Verweis: “The Chair Incident” und das Minenfeld des offiziellen Empfangs

In Brüssel und Ankara wurde diese Woche lange über den “Stuhlvorfall” gesprochen. Bei einem Besuch in der Türkei erhielt der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, einen Sitz neben Präsident Erdogan, während die Vorsitzende der Kommission, Ursula von der Leyen, zu ihrem offensichtlichen Missfallen auf einen Sitz auf einem entfernten Sitz verwiesen wurde.

War es eine absichtliche Provokation der Türken? Ein unglücklicher Fehltritt? Niemals dem Hass zuzuschreiben, was durch Sensibilität angemessen erklärt werden kann, ist eine berühmte Lehre, die in der Welt der internationalen Diplomatie sicherlich wahr ist. Offizielle Quittungen sind ein Minenfeld: Je mehr Regeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu machen. Zum Beispiel ist es keinem amerikanischen Präsidenten gelungen, alles nach dem Buch zu tun, als er die Königin jahrzehntelang besucht hat. Dies befriedigt britische Zeitungen, die dann Verstöße gegen das Protokoll in großem Umfang messen können.

Neben dem “Stuhlvorfall” gibt es in der internationalen Diplomatie zahlreiche Vorfälle mit der Nationalhymne und der Flagge. So wurde beispielsweise der österreichische Bundeskanzler Curtis 2018 in Mazedonien mit einer stolz wehenden lettischen Flagge begrüßt – was zugegebenermaßen ein bisschen der österreichischen Flagge ähnelt. Der spanische König Philipp VI. War schockiert, als ihm italienische Schulkinder 2019 die spanische Nationalhymne aus der faschistischen Franco-Ära vorsangen.

“Schöne Magd, hast du heute Zeit für mich?”

Es hat ziemlich viel Spaß gemacht, als Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren den Senegal besuchte und die eng zusammengestellte Blaskapelle in diesem Land die auf Schlager versammelten bemerkenswerten Leute behandelte, die in deutschen Bars im Allgemeinen erst kurz nach Mitternacht in Ohnmacht fielen wurde erzogen: “Schöne Maid, hast du heut” für mich Zeit? Merkel schien es zu genießen. Egal wie viel die Welt der formellen Begegnungen bis ins letzte Detail in den offiziellen Regeln enthält, kulturelle Distanz führt manchmal einfach zu Missverständnissen.

Solche kulturellen Unterschiede können aber auch zu einem Kampf um Status und Ehre führen. Der Streit zwischen dem Iran und Frankreich im Jahr 2015 ist bekannt, als Präsident Rouhani Paris besuchte und Präsident Hollande ihn zu einem Mittagessen einlud. Die Iraner baten darum, keinen Wein zu servieren. Dies war für die Franzosen, für die Wein eine nationale Ehrensache ist, nicht verhandelbar. Stattdessen luden sie die Iraner ein, Iftar zu haben, was die Iraner erneut als beleidigend ablehnten. Am Ende gab es kein Essen.

2010 musste der türkische Botschafter in Israel während eines Treffens mit dem Außenminister auf einem niedrigen Platz sitzen.AFP Foto

Schließlich sollen diplomatische Treffen nicht nur zusammenkommen, sondern auch ein Auswahlsystem schaffen, und ja, dies wird manchmal auf Feinheiten reduziert, wie z. B. wer den Sitz bekommt. Die Türken selbst können hier mitreden. Im Jahr 2010 wurde der Botschafter in Israel zum Außenminister gerufen, der den Botschafter auf einem Sitz weit unter seinem Sitz vor allen Kameras sitzen ließ, obwohl es eine israelische Flagge gibt, aber keine türkische Flagge. das ist. Zeitplan.

Es war nicht subtil genug: Die Türkei forderte und erhielt eine Entschuldigung von Israel. Dann hat es US-Präsident Trump in den letzten Jahren geschafft, seine Besucher effektiver einzuschüchtern: mit einem so starken und brutalen Händedruck, dass viele seiner ausländischen Kollegen demütigt wurden.

Donald Trump ärgerte gern seine Gesprächspartner.  Er traf sich mit seinem Amtskollegen im französischen Präsidenten Macron.  AFP Foto
Donald Trump ärgerte gern seine Gesprächspartner. Er traf sich mit seinem Amtskollegen im französischen Präsidenten Macron.AFP Foto

Aber diejenigen, die einem heftigen Händedruck oder einer beleidigenden Sitzanordnung zum Opfer fallen, sollten sich sicher fühlen, dass die Dinge immer viel schlimmer sein können. Die schlimmste Beleidigung in der Geschichte der Diplomatie geht auf das Jahr 1939 zurück, als Adolf Hitler den tschechoslowakischen Präsidenten Emil Hacha nach Berlin einlud. Hitler ließ Hácha stundenlang warten, während er selbst einen Film sah; Hácha durfte erst um 1:30 Uhr morgens einreisen, als ihm mitgeteilt wurde, dass die deutschen Streitkräfte bereit seien, Prag in Asche zu verwandeln. Der Präsident hatte während des Interviews einen Herzinfarkt und unterzeichnete schließlich die Kapitulation seines Landes.

Was bietet uns das Geopolitiktheater diese Woche? Auf der “Weltbühne” fährt die außerirdische Trouw-Redaktion fort. Dies ist die erste Folge mit heute: der diplomatische Empfang.

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