China hat Recht zu feiern

Die 100 Jahre alte Kommunistische Partei Chinas hat erfolgreich auf den Kapitalismus gesetzt. Hendrik Tosh schrieb, dass angesichts der alternden Bevölkerung Chinas und steigender Löhne nun auch Nachbarländer an den Feierlichkeiten teilnehmen würden.

Anfang Juli feierte die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ihr 100-jähriges Bestehen. Aus wirtschaftlicher Sicht können wir mit Sicherheit sagen, dass es viele Gründe gibt, eine große Party zu schmeißen.

In den letzten 30 Jahren ist die chinesische Wirtschaft so stark gewachsen, dass sie mehr als 800 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat. Im gleichen Zeitraum hat der Rest der Welt knapp über 200 Millionen Menschen aus der Armutsfalle geholt. Dies zeigt, wie außergewöhnlich die chinesische Leistung ist.

Im Gegensatz zu dem, was der Name der Partei vermuten lässt, lag der Hauptfokus der KPC auf der Förderung des Kapitalismus, unterstützt durch massive staatliche Investitionen in die notwendige Infrastruktur.

Größere Bedeutung für China

Wie Südkorea und Japan hat China am unteren Ende der Leiter begonnen, relativ einfache Produkte mit geringen Margen und unter Verwendung billiger Arbeitskräfte zu exportieren. Anschließend stieg die Innovation innerhalb der chinesischen Marktwirtschaft stark an und gipfelte in der Marktführerschaft bei 4G- und 5G-Kommunikationsnetzausrüstung.

Seit China 2001 in die Weltgesundheitsorganisation aufgenommen wurde, kann China die globalen Outsourcing-Trends voll ausschöpfen. Aber wir profitieren auch von der Entwicklung eines riesigen Verbrauchermarktes in China, wo viele westliche Unternehmen mittlerweile einen Großteil ihres Umsatzes und Gewinns erwirtschaften.

Die wachsende Bedeutung Chinas zeigt sich nicht nur in den Wirtschaftszahlen, auch die Auswirkungen auf die Finanzmärkte nehmen rasant zu.

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Erstens hat China dank Exporten einen enormen Sparüberschuss von etwa 3 Billionen Dollar angehäuft, von dem ein Großteil in US-Staatsanleihen investiert ist.

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Wie Sie sich vorstellen können, befürchten Anleger von Zeit zu Zeit, dass politische Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten diese Investitionen ändern könnten.

Da China kein Interesse an einer raschen Abschwächung des Dollars hat, scheint dieses Problem unter Kontrolle zu sein. Noch wichtiger für Investoren ist, dass China seine Finanzmärkte vor kurzem für ausländische Investoren geöffnet hat, einschließlich chinesischer Aktien und chinesischer Anleihen nach internationalen Standards.

Mehr Augen auf China

So machen beispielsweise chinesische Aktien bereits über 40 % der Aktienindizes der Schwellenländer aus und chinesische Anleihen werden in globalen Benchmarks gegenüber deutschen Staatsanleihen gewichtet.

Kurz gesagt, Anleger werden die Entwicklungen in China genau beobachten und sich eine Meinung über die Wirtschaft sowie die Fiskal- und Geldpolitik bilden. Dies ist eine schwierige Aufgabe, denn Transparenz ist für die chinesische Regierung und Zentralbank nicht immer von größter Bedeutung.

Investoren stellen auch die Verlässlichkeit offizieller Wirtschaftsdaten in Frage, ganz zu schweigen von Kreditratings chinesischer Ratingagenturen.

Schlechtere Exportsituation

Das Jubiläum der Partei wirft die Frage auf, ob der wirtschaftliche Erfolg Chinas in anderen Ländern reproduziert werden kann. Aufgrund der rapiden Alterung der chinesischen Bevölkerung und steigender Löhne wird die Exportsituation vieler Produkte zurückgehen. Andere Länder können dies verwenden.

Es gibt viele Länder in Asien und Afrika mit jungen Arbeitskräften und niedrigen Löhnen, aber das reicht nicht für einen guten Start. Die chinesische Entwicklung zeigt, wie wichtig umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur sind, um ausländische Unternehmen anzuziehen. Darüber hinaus ist ein stabiles politisches, rechtliches und wirtschaftliches Klima wichtig.

Mit der Belt and Road Initiative will China Länder entlang der ehemaligen Seidenstraßen zu solchen Investitionen ermutigen. Aber solange diese Projekte komplett von chinesischen Firmen durchgeführt werden und die Finanzierung wie eine Art Abwürgungsvertrag ist, werden diese Länder nicht viel nützen.

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genug zum feiern

Andere Länder können jedoch davon profitieren, dass Unternehmen in den kommenden Jahren neben chinesischen Kontakten auch Lieferanten außerhalb Chinas suchen.

Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten kritisierte Präsident Xi Länder, die sich zu oft in Themen einmischten, die die chinesische Regierung als innere Angelegenheiten betrachtet.

Diese Situation kann die Spannungen mit den Vereinigten Staaten und anderen Ländern verstärken und somit ausländische Investitionen in China verringern. Diese Rede behinderte die Feierlichkeiten. Schade, denn in Sachen wirtschaftlicher Fortschritt gab es viel zu feiern.

Hendrik Toch, Chartered Financial Analyst (CFA) ist der Leiter des niederländischen Rentenbereichs bei Aegon Asset Management. Aegon Investment Management BV ist bei der niederländischen Finanzmarktaufsicht als Direktor für Investmentinstitute registriert. Aufgrund ihrer Lizenz ist Aegon Investment Management BV berechtigt, individuelle Vermögens- und Anlageverwaltungsberatung im Sinne des Finanzaufsichtsgesetzes zu erbringen.

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