China kämpft gegen die Delta-Variable

In China wurde in den letzten Tagen ein Anstieg von Delta-ähnlichen Neuinfektionen gemeldet. Während der tägliche Anstieg von weniger als 100 Menschen – „rund 1,4 Milliarden Menschen –“ sehr gering erscheint, wurden von den lokalen Gesundheitsbehörden strenge Reisebeschränkungen verhängt, um das Virus sofort einzudämmen.

Alle Flüge von den Flughäfen Nanjing und Yangzhou (Provinz Jiangsu) wurden ausgesetzt, nachdem Medienberichten zufolge sich eine Reihe von Delta-Modellen in mehr als 20 Städten und mehr als einem Dutzend Provinzen ausgebreitet hatten. Der Bahn-, Bus- und Flugverkehr von Peking in die betroffenen Gebiete wurde ebenfalls eingestellt und dort wurden umfangreiche Tests und Umweltdesinfektionen durchgeführt, wobei lokale Quarantänebestimmungen auferlegt wurden. Darüber hinaus wurden alle chinesischen Staatsbürger gebeten, nicht in Gebiete mit mittlerem oder hohem COVID-19-Risiko zu reisen und die Provinzen, in denen sie leben, nicht zu verlassen, es sei denn, dies ist unbedingt erforderlich.

China konnte das Virus im Frühjahr 2020 mit strengen Eindämmungsmaßnahmen schnell eindämmen. Dadurch erholte sich die Wirtschaft schnell. Auch dieses Mal versucht China, lokal auftretende Infektionen schnell zu bekämpfen, um die Lage zu stabilisieren und großflächige Lockdowns zu verhindern. Es sollte laut der Nationalen Gesundheitskommission nützlich sein, dass bereits etwa 1,69 Milliarden Dosen des COVID-19-Impfstoffs verabreicht wurden. Dies gilt als hoher Schutz gegen schwere Fälle.

Chinas Nichtverbreitungspolitik erschwert die Einschätzung weiterer Eindämmungsmaßnahmen und damit der Auswirkungen auf die Wirtschaft. Anhand der Handelsstatistik lässt sich jedoch zumindest abschätzen, welche Sektoren im Falle einer starken Abschwächung in China am stärksten gefährdet sind.

Die Handelsbeziehungen zwischen der Eurozone und China sind beim Export geringer als beim Import. Knapp 9 % der Exporte der Eurozone gehen nach China. Die Ausfuhren von Elektromaschinen machen 16 % der Gesamtausfuhren dieser Produktkategorie im Euroraum aus, während die Ausfuhren von Straßenfahrzeugen 13 % ausmachen.

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Nach Ländern verwundert es nicht, dass Deutschland im Jahr 2020 knapp die Hälfte aller Exporte aus der Eurozone nach China ausmacht. Gemessen am BIP sind die deutschen Exporte am stärksten von China betroffen, gefolgt von Irland und der Slowakei.

Insgesamt machten die Einfuhren aus China im Jahr 2020 16,5 % der Einfuhren in den Euroraum aus. Mehr als die Hälfte dieser Einfuhren fiel in die Kategorie Maschinen und Transportmittel. Absolut gesehen stellten Kommunikations-, Tonaufzeichnungs- und Wiedergabegeräte die größte Zahl in dieser Kategorie. In Bezug auf die Lagerbestände besteht die größte Abhängigkeit der Eurozone von Büromaschinen, Computern, Kommunikations-, Sprachaufzeichnungs- und Wiedergabegeräten, wobei 50% bzw. 46% der Importe dieser Produkte aus China stammen. Durch die Konzentration in einigen Produktkategorien ist die Abhängigkeit der Eurozone von China bei den Importen deutlich größer als bei den Exporten.

Betrachtet man die Risiken für jedes Land, so stechen die Niederlande durch den Import von Waren aus China im Wert von 11% des BIP hervor. Mehr als die Hälfte dieser Produkte fallen in die oben genannten Produktkategorien (Desktop-Datenverarbeitungsgeräte oder Sprachaufzeichnungs- und Kommunikationsgeräte). Der überwiegende Teil davon wird jedoch von den Niederlanden in andere EU-Länder exportiert. Die Importzahlen überschätzen daher die Risiken für die Niederlande, unterschätzen aber die anderen Länder der Eurozone.

Im Allgemeinen können Handelsstatistiken einen globalen Überblick über das Risiko bieten. Auch hier steckt der Teufel im Detail. Engpässe in der Halbleiterfertigung haben gezeigt, wie relativ kleine Bauteile ganze Fertigungsprozesse verlangsamen können. Ein weiteres wichtiges „Detail“ ist, dass China mit knapp 8 % (2019) zwar einen relativ geringen Anteil an der weltweiten Halbleiterproduktion hat, die Risiken aber relativ gering sein dürften. Tritt der COVID-19-Ausbruch jedoch inmitten der Halbleiterindustrie in China (Jiangsu) auf, bestehen auch Risiken für die weltweit beobachteten Auswirkungen.

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Während die jüngsten Entwicklungen in China einige Risiken für die Wirtschaft der Eurozone bergen, ist das Potenzial im Vergleich zu den positiven Faktoren relativ gering. Die Schritte zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze und das Konjunkturprogramm der EU sind für uns die entscheidenden Determinanten der Konjunktur in den kommenden Quartalen, die auf ein höheres Wachstum hindeuten.

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