Der Papst schickt in einer Missbrauchskrise einen holländischen und einen schwedischen Forscher ins Bistum Köln | Cologne im Ausland

Papst Franziskus entsendet Gelehrte der römisch-katholischen Kirche in das Bistum Köln. Als Folge eines großen Missbrauchsskandals steckt sie in einer Vertrauenskrise. Forscher, darunter der Bischof von Rotterdam, untersuchen unter anderem mögliche Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen des Kölner Kardinals, berichten deutsche Medien.




Der Papst ordnete einen sogenannten apostolischen Besuch in der größten Diözese Deutschlands an. Ein solcher Besuch ist die strengste Studie innerhalb der römisch-katholischen Kirche und wurde zuvor innerhalb der irischen katholischen Kirche (2010) und unter Schwesterklöstern in den Vereinigten Staaten (2008/2009) durchgeführt.

Die Forschung wird in Köln vom Bischof von Rotterdam Hans van den Hend und dem schwedischen Kardinal Anders Arborilius durchgeführt. Sie sollen sich im Juni “vor Ort ein umfassendes Bild der komplexen pastoralen Situation im Bistum Köln machen”, heißt es in einer Erklärung des Gesandten des Heiligen Stuhls in Berlin.

Köln Kardinal Rainer Maria Wolke begrüßt die Anfrage. “Ich habe den Heiligen Vater im Februar ausführlich über die Situation in unserer Diözese informiert und begrüße seine Bereitschaft, den Apostolischen Besuch zu nutzen, um sich ein eigenes Bild von der unabhängigen Untersuchung und ihren Auswirkungen zu machen.” Zu letzterem verweist der Erzbischof auf den im März veröffentlichten Bericht eines externen Ermittlungsteams. Dabei zeigte sich, dass in der Diözese in den letzten Jahrzehnten mehr als 300 Kinder von mehr als 200 potenziellen Tatverdächtigen sexuell missbraucht wurden. Dutzende von hochrangigen Kirchenbeamten Ehebruchsfälle wurden vertuscht.

Der Bericht sprach den Kardinal frei, beschuldigte aber Dutzende von Geistlichen, Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen zu machen. Unter ihnen ist der amtierende Erzbischof von Hamburg, Stefan Hesse, der als Stabschef und stellvertretender Erzbischof von Köln elfmal im Umgang mit neun mutmaßlichen Angreifern gescheitert ist. Auch die Weihbischöfe von Köln warfen Dominicus Schwaderlap und Ansgar Päf Vernachlässigung vor. Heße bot dem Papst sofort seinen Rücktritt an, und Woolki enthob die beiden Weihbischöfe vorübergehend ihres Amtes.

READ  Senator Johnson slams Chuck Todd for displaying "really rude, unprofessional" in an "interview with the press"

Der Text wird unterhalb des Bildes fortgesetzt.

Kardinal Walkie mit dem Missbrauchsbericht.

Kardinal Walkie mit dem Missbrauchsbericht. © AP

Unter Druck in Schach

Kardinal Woolki wurde vor der Veröffentlichung des Berichts dafür kritisiert, keinen vorläufigen internen Untersuchungsbericht zu den Missbrauchsfällen veröffentlichen zu wollen. Dies ist auf “schwache” Forschungsmethoden zurückzuführen. Der Erzbischof wird nun erneut wegen seines Vorgehens gegen zwei der in dem Bericht angeklagten Geistlichen angegriffen.

Wolkie ernannte 2017 einen zum Prodekan der Diözese St. Margarita in Düsseldorf trotz Vorwürfen sexueller Übergriffe. Der andere Priester, der inzwischen verstorben ist und in derselben Pfarrei arbeitet, hat es bei seinem Amtsantritt im Jahr 2015 unterlassen, eine erste kirchliche Untersuchung zu den Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs durchzuführen Ereignisse unter Hinweis auf die “fortgeschrittene Demenz” des Priesters. Ersterer hinderte ihn an der Vernehmung.

persönliche Konsequenzen

Dekane von 14 von 15 Abteilungen in Städten und Stadtteilen der Diözese schrieben Anfang dieser Woche an Kardinal Walkie und baten ihn, “persönliche Konsequenzen” aus dem Missbrauchsskandal und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu ziehen. Die Vertrauenskrise in der Diözese, so die Abteilungsleiter, Mit Hunderten von Katholiken abgemeldetEs hat seinen Höhepunkt erreicht und kann so nicht weitergehen.

Kardinal Woolki sprach am Donnerstagabend rund zwei Stunden lang mit mehr als 40 Mitgliedern der Diözese Düsseldorfer St. Margarita. Als er ankam, zeigten ihm etwa 60 Gemeindemitglieder buchstäblich eine rote Karte, um ihrem Unmut über den Lauf der Dinge Ausdruck zu verleihen.

Andere Forschung

In Rom gegen Wilkie läuft bereits eine Untersuchung wegen einer möglichen Pflichtverletzung. Dies folgte einer Beschwerde des Bischofs von Münster, des dienstältesten Bischofs im Kirchenkreis Köln, beim Gesandten des Vatikans in Berlin, bestätigte ein Sprecher. Sueddeutsche Zeitung.


Karnevalswagen mit Bild eines schlafenden Kardinals und Text

Ein Karnevalswagen mit dem Bild eines schlafenden Kardinals und dem Text “11 Jahre brutaler Umgang mit Missbrauchsfällen” vor dem Kölner Dom am Tag der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts. © AP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.