Europäisches Inflationsziel erreicht, aber steigen die Preise weiter?

Im vergangenen Monat verteuerte sich in der Eurozone alles im Schnitt um 2 Prozent, so die neuesten vorläufigen Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat. Damit hat die Europäische Zentralbank ihr wichtigstes Ziel erreicht: dafür zu sorgen, dass der Euro im Durchschnitt um rund 2 % pro Jahr an Wert verliert.

Tatsächlich verfehlte die Bank mit einer erwarteten Inflationsrate von 2% im Mai das Ziel leicht. Das ist im Moment keine schlechte Sache, denn nach mehr als zwei Jahren sehr niedriger Inflation sind nur wenige Ökonomen sehr lange wachsam. Es führt zu einer Diskussion: Ist es nur ein bisschen und ist es vorübergehend?

sensibles Gleichgewicht

Die Idee ist bekannt: Der Euro, der ständig leicht abwertet, tut der europäischen Wirtschaft gut. Es stellt beispielsweise sicher, dass die Leute ihr Geld ausgeben und nicht horten, was passieren wird, wenn es von selbst wertvoller wird. Außerdem schrumpfen die Schulden.

Diese Preisstabilität zu erreichen ist nicht einfach. Der Betrag, den Sie in Euro kaufen können, ist beispielsweise die Summe aus Angebot und Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen und der Anzahl der im Umlauf befindlichen Euro. Dieses Gleichgewicht wurde in letzter Zeit heftig erschüttert.

Die Pandemie hat beispielsweise zu Fabrikschließungen und Schließungen von Lieferketten geführt. Zentralbanken haben zusätzliches Geld in die Wirtschaft gebracht, wo Regierungen Unternehmen über Wasser halten und sicherstellen können, dass die Menschen ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen behalten.

Infolgedessen stieg die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen schneller als erwartet, während Fabriken und Dienstleister nicht sofort mit der Nachfrage Schritt halten konnten. Zudem haben sich die Energiepreise von der Ölkrise im vergangenen Jahr erholt. Energie ist ein wichtiges Kostenelement, das bei der Berechnung, wie viel Sie in Euro kaufen können, ein erhebliches Gewicht hat.

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aufsteigende Zahlen

Im Allgemeinen ist viel Geld im Umlauf, während es eine Knappheit gibt, die zu höheren Preisen und damit Inflation führt. Dies spiegelt sich in den letzten Zahlen wider.

In den USA stiegen die Preise im April im Durchschnitt um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Inflationsraten in Spanien und Deutschland lagen im Mai bei 2,4 Prozent. In den Niederlanden blieb sie in den letzten zwei Monaten bei 1,9 Prozent.

vorübergehend oder nicht

Der Anstieg von 1,6 Prozent der Inflation im April auf 2 Prozent im Mai in der Eurozone ist vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Bert Collin, Eurozone Economist bei ING, prognostiziert, dass dieser Effekt in den kommenden Monaten nachlassen wird. Aber das bedeutet nicht, dass die hohe Inflation vorbei ist.“

Er bezieht sich auf die Preise von Rohstoffen, die knapp sind und bleiben werden, weil Produktion und Angebot stagnieren. Der Mangel an Chips zum Beispiel schränkt den Fluss von zum Beispiel Autos, Telefonen und Geschirrspülern immer noch ein.

Im Moment, sagt Colin, haben die Verkäufer ihre Preise kaum erhöht. Da sie aber auch mit höheren Kosten konfrontiert sind und die Nachfrage groß ist, rechnet er damit. Die erste Preiserhöhung im Mai dürfte der Beginn einer längeren Reise sein, die monatelang dauern könnte.

Matthews Urban, Ökonom bei Oxford Economics, geht davon aus, dass Knappheit die Preise in naher Zukunft in die Höhe treiben wird. Denn obwohl die Produktion in italienischen und spanischen Fabriken an Fahrt gewinnt, stockt sie in der größten Volkswirtschaft Europas, zum Beispiel in Deutschland, immer noch.

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