Norwegischer Strom im deutschen Netz | Wirtschaft

Glücklicherweise ist die Hochspannungsleitung kein Konzertsaal. Es gibt auch keine Metrostation oder Flughafen. Bei Großprojekten wie diesem in Hamburg, Stuttgart und Berlin haben sich deutsche Bauarbeiter in den letzten Jahren verlegen und viel von ihrem guten Ruf verloren.

Aber es geht auch anders: Am kommenden Donnerstag wird im schleswig-holsteinischen Welster die Nordlink-Stromleitung zwischen Norwegen und Deutschland eröffnet – pünktlich. Vor einem halben Jahr wurde die Verbindung hergestellt und ein Probebetrieb gestartet, der nun erfolgreich abgeschlossen wurde.

Gezielte politische Persönlichkeiten

„Heute haben wir erstmals die Strommärkte in Norwegen und Deutschland direkt angebunden“, sagte Tim Meyerjürgens, Direktor des deutschen Netzbetreibers Tennet, im Dezember vergangenen Jahres. Vergangene Woche konnte er zusammenfassen, dass beim Testlauf “keine größeren Probleme festgestellt wurden”: “Wir mussten nur ein paar Einstellungen anpassen.”

Bei der Eröffnungsfeier in Welster kündigten sich nicht nur die Fachminister beider Länder an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr norwegischer Amtskollege, Ministerpräsidentin Erna Solberg, werden digital an der Zeremonie teilnehmen.

Kabelverlegeschiff Nexans Skagerrak verlegt die ersten Meter Nordlink-Kabel an der norwegischen Küste

Kabel gewinnen

Die neue Stromautobahn verbindet die Strommärkte Norwegens und Deutschlands. Kunden in beiden Ländern sollen vom Kabel profitieren: Wenn deutsche Windräder und Solarzellen wetterbedingt wenig Strom produzieren, wird über Nordlink Strom aus norwegischer Wasserkraft importiert.

Dies gilt insbesondere in Zeiten, in denen die Energie für Norwegens Wassertanks hoch ist. In Trockenzeiten könnte Skandinavien wiederum Strom aus deutschen Wind- und Solarüberschüssen importieren.

“Nordlink wird uns helfen, unsere Klimaziele zu erreichen und sowohl für die norwegische als auch für die arabisch-deutsche Seite des Kabels einen Mehrwert zu schaffen”, versprach Statnetts verantwortlicher Direktor für Nordlink, der norwegische Verkehrsnetzbetreiber, Gunnar G. Løvås, zu Beginn der Pilotversuch im Dezember.

An Land, unter Wasser und in der Luft

Die 623 Kilometer lange Strecke erstreckt sich über 516 Kilometer wie ein Seekabel durch das Wattenmeer bis zum Grund der Nordsee. Auf deutscher Seite erreicht das Seekabel das Festland an der Talsperre nördlich von Bussum. Von dort geht es als 54 Kilometer langes Erdkabel unter dem Keelerkanal nach Nortorf bei Welster in der Region Steinburg weiter.

Einer der beiden sogenannten Verkehrsbahnhöfe befindet sich in Schleswig-Holstein. Dort wird die Energie von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt oder – je nach Marktlage – umgekehrt. Die andere Haltestelle ist in Tonstad, Norwegen. Es ist über eine 53 km lange Stromleitung mit dem Seekabel verbunden.

Klicken Sie auf das Bild TenneT TSO GmbH |  Seekabelverlegung NordLink

Das Verlegen von Seekabeln ist aufwendig und teuer – eine Leitung über die Nordsee reicht nicht

Das Kabel, das als eine der längsten Verbindungen seiner Art weltweit gilt, hat eine Leistung von 1.400 Megawatt und kann fast 3,6 Millionen Haushalte mit klimaneutraler Energie versorgen. Dies entspricht einem hohen Anteil an Eigenheimen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Nordlink, NorNed, BritNed und COBRACable

Nordlink Kabel ist nicht allein, es gibt tatsächlich einige sogenannte HÜGs (High Voltage Direct Current Transmission Lines) in der Nordsee. Einer von ihnen ist Norned, das an die Stromnetze Norwegens und der Niederlande angeschlossen ist. 580 Kilometer lang ist das Seekabel, das die Nordsee zwischen Feda in Norwegen und Eemshaven in Nordholland durchquert.

Ein weiterer HÜG, der die Niederlande mit Großbritannien verbindet. Auf dem Meeresboden zwischen Masvlakt bei Rotterdam und Green Island in Kent im Südosten Englands wurde ein 260 km langes Gleichstromkabel verlegt. Das Geschäft begann 2011, drei Jahre nach dem Anschluss des Kabels.

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Seit September 2019 fließt auch Strom zwischen Dänemark und den Niederlanden. Auf dem Meeresboden im Deutschen Golf zwischen dem dänischen Indrop bei Esbjerg und Emshaven in den Niederlanden. Dieses Kabel namens COBRAcable ist etwa 325 Kilometer lang.

Bossum Beach Park mit Leuchtturm

Hier kommt norwegischer Strom an Land: im ehemaligen Fischerdorf Büsum, das heute ein beliebtes Urlaubsziel ist.

Planhöhe

Das Gebäude dient unter anderem dazu, die Strommärkte Dänemarks und der Niederlande zu verbinden und nachhaltige Energie besser in das Stromsystem zu integrieren. Vor allem die Niederlande sollen Windenergie aus Dänemark importieren können.

Eine Direktverbindung zwischen Dänemark und den Niederlanden soll das Stromnetz in Norddeutschland entlasten. An dieses Kabel können künftig auch Offshore-Windparks in der Nordsee angeschlossen werden.

Damit sollen auch neue Offshore-Windparks entstehen. Wie vergangene Woche angekündigt, planen die Unternehmen RWE und BASF den Bau eines der weltweit größten Windparks in der Nordsee. Geplanter Nutzungsbeginn: 2030. Dieses 4-Milliarden-Euro-Projekt wird zeigen, ob der Windpark in die Kategorie „Seekabel“, „Konzerthalle“ oder „Flughafen“ gehört.

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