NS interveniert wegen finanzieller Probleme bei einer deutschen Niederlassung

Die Niederländische Eisenbahn (NS) hat bei ihrer deutschen Tochtergesellschaft Abellio eine umfassende Umstrukturierung eingeleitet. Das ist notwendig, weil sonst jährlich ein Verlustrisiko von 30-50 Millionen Euro droht, heißt es in einem Bericht von Finanzminister Wopke Hoekstra an das Abgeordnetenhaus. Angesichts der bis zu zwölfjährigen Vertragslaufzeiten von Abilio sei dies eine “inakzeptable Perspektive”, so Hoekstra. Als Aktionär der NS hat er der vorgeschlagenen Intervention zugestimmt.

Abilio gerät unter anderem durch hohe Personalkosten und eine Reihe von Bußgeldern in finanzielle Schwierigkeiten, die das Unternehmen wegen Nichterfüllung „vertraglich vereinbarter Leistungsvereinbarungen“ zahlen muss. Bußgelder werden beispielsweise verhängt, wenn das Unternehmen nicht nach Arbeitszeit fährt. Diese Vereinbarungen werden in Verträgen mit einer Laufzeit von mehreren Jahren abgeschlossen. Die Vereinbarungen wurden wegen einer „Zunahme der Bahnarbeiten“ nicht eingehalten, was auch zu „Mehrkosten für alternative Transporte“ führt.

Die geplante Restrukturierung erfolgt „unter gerichtlicher Aufsicht“. Die Abhängigkeit zwischen den Unternehmen wurde gebrochen, sodass für jeden einzelnen Vertrag eine Lösung gefunden werden konnte. Dies soll in etwa den nächsten sechs Monaten geklärt werden. „Ein externer Restrukturierungsexperte hat sich dem Managementteam von Abellio Deutschland angeschlossen und leitet den Prozess.“

Abilio erhält für die Restrukturierung ein Darlehen in Höhe von 70 Millionen Euro, das eine bisherige Zusage in gleicher Höhe ersetzt.

Sie können diesen Themen folgen

READ  BORA-hansgrohe sieht Keldermans Wachstumsspanne: "Machen Sie es besser, indem Sie sich zurückhalten"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.