Outdoor-Kunstserie: Willy Wortells Albtraum


Kaum ein Thema intensiviert die Beziehung zwischen Bürgern und Kommunen so schnell wie die Kunst im öffentlichen Raum. In einer Sommerserie beleuchtet die Kommunalverwaltung die (vorgeschlagene) Platzierung von fünf umstrittenen Kunstwerken. In Teil 4: Yggdrasil.


Fortschritt

Gabriel Lister sieht das Teleskop als Symbol des wissenschaftlichen Fortschritts: ein Instrument, mit dem man weiter, klarer und tiefer blicken kann. Ein Kunstwerk passend zum Cultuurhuis, das zwei Grundschulen und eine Bibliothek beherbergt.

Zigarettenbaum
Es wurde schnell klar, dass eine Reihe von Einheimischen anders dachten. Der Leicester-Teleskopbaum (YGGDRASIL steht für die Welt oder den Baum des Lebens in der nordischen Mythologie) wurde von den Einheimischen als “Wildnis”, “Zigarettenbaum” und “Alptraum von Willie Wortell” dargestellt. Gegner sagten, es sei “verzerrt” und “eine Verschwendung von Steuergeldern”, und lokale soziale Medien wiederholten bald dieselbe Schlagzeile: Werde den Zigarettenbaum los.

wenig Wirkung

Die Proteste hatten zunächst wenig Wirkung. Die Gemeinde nimmt die Einwände nicht ernst genug und auch der Künstler Gabriel Lister reagiert lakonisch. „Die Leute brauchen oft eine Weile, um eine Beziehung zu einem Kunstwerk aufzubauen“, sagt er. “Ich werde ihr etwas Zeit geben.”

umziehen
Seine Periskopskulptur ist jedoch auch nach vier Jahren noch mobil. Nicht aufgrund von Massendruck, sondern weil das Kunstwerk nach den neuen Richtlinien nicht mehr als Spielplatz geeignet ist. “Nach Rücksprache mit De Schakels und der Immanuel School sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Kunstwerk das Spielen von Kindern behindert”, schrieb die Gemeinde Oudewater in einem Brief.

Arten von üppigen Bäumen
YGGDRASIL bekommt einen neuen Platz im Ruyghe Wey Park, nördlich von Klein Hekendorp.

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Kunstwerke sind hier leider auch nicht erwünscht. Kurz nach dem Umzug pflanzten zwei Ratsmitglieder der unabhängigen Koalitionspartei De Independents Efeu um das Kunstwerk, in der Hoffnung, das Bild würde vergrößert und unsichtbar gemacht. “Wenn das Wetter ein wenig mitspielt, wird sich die stählerne Periskopskulptur im nächsten Sommer in einen neuen üppigen Baum verwandeln”, schrieb die Party auf Facebook.

sterbendes Pferd

Bemerkenswerterweise erlitt im gleichen Zeitraum eine andere umstrittene Statue in Oudewater genau das gleiche Schicksal. 2012 schuf die Künstlerin Ingrid Mole die Miniaturoper Boven het Land Pferd: ein sterbendes Pferd, dessen Bauch ausgeweidet ist und den Motorblock enthält. Die Statue weist auf die blutige Geschichte der Oudh-Gewässer während des Achtzigjährigen Krieges hin, aber man kann sich auf wenig Zustimmung verlassen.

Hecke oder Kragen
Nach heftigen Protesten Pferd Umgeben von einem Zaun, der das Kunstwerk fast vollständig verdeckt. Die Gemeinde Oudewater kommt den Einwänden einiger wichtiger Einwohner entgegen, hält aber gleichzeitig an ihrer Verpflichtung fest, das Bild mindestens zehn Jahre lang zu zeigen. Besser kann man die Dichotomie zwischen den Interessen der Bürger und den Interessen des Künstlers kaum veranschaulichen.

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