Verbraucherverband reicht Beschwerde gegen WhatsApp ein

Der Verbraucherverband, sieben weitere europäische Verbraucherorganisationen und der Dachverband BEUC haben Klage gegen WhatsApp eingereicht. Die Organisationen glauben, dass die Macher der Chat-App zu viel Druck ausüben, um die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren. Es obliegt der Europäischen Kommission und dem Europäischen Netz der Verbrauchermächte, die Beschwerde zu untersuchen und eine Entscheidung zu treffen.

Das schreibt der Verbraucherverband in einer Pressemitteilung.

Neue WhatsApp-Nutzungsbedingungen und Datenschutz gegen den schmerzhaften Teil der Benutzer

Die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von WhatsApp sorgen seit einiger Zeit für Aufsehen. Im Januar führte das Unternehmen die umstrittenen Begriffe ein. Er erklärte, dass WhatsApp im Begriff sei, Benutzerdaten mit Facebook zu teilen. Dies umfasste insbesondere Dinge wie IP-Adressen, Gerätedaten, Standortdaten, Interessen und Kontaktinformationen. WhatsApp drohte zunächst mit der Löschung der Benutzerkonten, wenn diese den neuen Datenschutzbestimmungen nicht vor dem 8. Februar zustimmten.

WhatsApp-Nutzer beschwerten sich vor allem, weil sie das Gefühl hatten, keine andere Wahl zu haben, als die Bedingungen zu akzeptieren. Der Chat-Dienst hat beschlossen, das tatsächliche Datum auf den 15. Mai zu verschieben. Dies gab dem Unternehmen mehr Zeit, um Texte und Erläuterungen zu den erneuerten Datenschutzbestimmungen bereitzustellen.

Wer den Nutzungsbedingungen vor dem 15. Mai nicht zustimmte, riskierte, sein Konto nicht nutzen zu können und es sogar zu verlieren. Dies verursachte eine weitere Störung. WhatsApp ging auf seine Worte zurück und sagte, es werde die Konten nicht löschen. Auf der Support-Seite berichtete WhatsApp jedoch, dass Nutzer nach einiger Zeit nur noch eine begrenzte Anzahl von Funktionen des Chat-Dienstes nutzen können. Im Mai zog WhatsApp diese Worte ebenfalls zurück und sagte, es würde keine Einschränkungen für die Funktionen der App auferlegen, wenn Benutzer die Bedingungen ablehnten.

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Verbraucherverband: WhatsApp verstößt gegen das Gesetz

Die Verbraucherunion, verschiedene europäische Verbraucherorganisationen und der Dachverband BEUC sind mit dem Umgang von WhatsApp mit diesem Thema nicht zufrieden. Aus ihrer Sicht bombardiert WhatsApp Nutzer mit “aufdringlichen Benachrichtigungen”, um die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutz zu akzeptieren. Inhalt und Wiederholung erzeugen „unnötigen Druck“ und behindern die Wahlfreiheit. Dies verstößt gegen europäische Regeln.

Zudem bemängeln die Behörden, dass die Bedingungen nicht transparent und schwer nachvollziehbar seien. Es ist für Verbraucher unmöglich, die Folgen für ihre Privatsphäre abzuschätzen, wenn sie den neuen Bedingungen zustimmen. WhatsApp droht Verbrauchern den Zugriff auf die App zu blockieren, wenn sie die Bedingungen nicht akzeptieren. Obwohl es überhaupt nicht klar ist, was sie erlauben”, sagt Sandra Molinar, Direktorin des Verbraucherverbandes. “WhatsApp schränkt die Wahlfreiheit der Verbraucher ein: Wenn Sie nicht akzeptieren, können Sie Whatsapp nicht mehr verwenden. Außerdem sind die Vertragsbedingungen nicht transparent. Das ist gegen das Gesetz.”

Molinar bestätigt, dass bereits eine Untersuchung der Datenschutzrichtlinie von WhatsApp im Gange ist. Das macht das Eingreifen der Behörden viel größer. WhatsApp muss die Rechte der Verbraucher respektieren.“

Deutsche regionale Regulierungsbehörde kritisiert Nutzungsbedingungen und Datenschutz

Für europäische WhatsApp-Nutzer ändert sich übrigens nichts, unabhängig davon, ob sie die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutz akzeptieren. Europäische Datenschutzgesetze und -verordnungen verbieten die gemeinsame Nutzung von Daten zwischen der Tochtergesellschaft und der Muttergesellschaft. Das bedeutet, dass WhatsApp keine Nutzerdaten an Facebook weitergeben darf. Dies wurde kürzlich von der Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) bestätigt.

Die deutsche Regulierungsbehörde fügte hinzu, dass WhatsApp und Facebook die neuen Nutzungsbedingungen und den Datenschutz vage und unklar seien. Laut HmbBfDI sehen die neuen Bedingungen beispielsweise vor, dass Facebook das Recht hat, Daten von verbundenen Unternehmen zu erheben, während zuvor angegeben wurde, dass dies nicht der Fall ist. Ein berechtigtes Interesse an der Verarbeitung dieser Daten lässt sich daraus nicht entnehmen. Auch das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg zeigt Interesse an Daten von Jugendlichen. Ein Absatz darüber, dass WhatsApp keine Daten mit Facebook teilt, wurde ebenfalls aus dem endgültigen Text entfernt.

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„Nutzer über WhatsApp sehen sich mit undurchsichtigen Begriffen für den Massendatentransfer konfrontiert“, schreibt HmbBfDI. Die Regulierungsbehörde befürchtet, dass sie unter den neuen Umständen in Zukunft einen schrittweisen Datenaustausch einführen könnte, wenn die Nutzer dem jetzt zustimmen.

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