Warum Deutschland hart vom Wasser getroffen wurde

Auch Deutschland wurde 2002 und 2013 von Überschwemmungen heimgesucht. Laut Christian Kuhlik vom Helmholes Climate Science Center hat Deutschland nach den Überschwemmungen immer wieder begonnen, sich zu verteidigen. So wurden beispielsweise Deiche an großen Flüssen wie Elbe, Rhein und Donau ausgebaut. „Dadurch sind die großen Flüsse und Städte entlang dieser Flüsse gut geschützt“, sagt er. Auch Deutschland hat in Warnsysteme investiert.

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Druck in kleinen Flüssen

Doch noch nie waren kleine Flüsse durch starke Regenfälle so stark belastet. „Dass kleine Bäche und Flüsse ihre Ufer zum großen Teil zum Bersten bringen, ist völlig neu, wie es jetzt in Eiffel und in Nordrhein-Westfalen passiert ist“, erklärt Berhnd Hansjurgens, Kollege von Kuhlik. “Das ist noch nie passiert.” Der Fokus der Warnsysteme lag nie auf den kleinen Flüssen, weshalb die deutschen Behörden durch das Hochwasser am Donnerstag ungeschützt waren.

Die am schlimmsten betroffenen Dörfer sind Ahrweiler, Schultz und Yuskirchen, wo es keinen Ausweg aus dem Wasser gibt. „Das ist ein Vorteil für die Niederlande“, sagt Kuhlik. “Das Land ist flach, daher besteht eine große Chance, dass Wasser austritt.” Darüber hinaus gibt es vor allem in den Niederlanden viele große Flüsse, die leicht geschützt werden können. In Deutschland liegen viele Dörfer in den Bergen an Nebenflüssen von Flüssen, die künftig empfindlicher auf extreme Wetterlagen reagieren. “Hier kann es überall passieren, und man kann nicht um jedes Haus herumfahren.”

Null-Statue Marius Becker / DPA
Statue Marius Becker / D.P.A.

Extremes Wetter

Künftige Unwetter werden den Druck in den kleinen Tälern Deutschlands erhöhen. Daher ist es notwendig, in kleine Dörfer zu investieren. „Gebäude werden in Zukunft wichtiger“, sagt Kuhlik. „Die Gebäude in den nächsten fünf bis zehn Jahren klimasicher zu machen, ist eine sehr wichtige Aufgabe.“ Technisch ist das möglich, aber viele Hausbesitzer in Deutschland haben diesen Schritt noch nicht gemacht.

Auf dem Weg in ein sächsisches Dorf telefoniert Kuhlik und erklärt besorgten Hausbesitzern, was sie tun können, um sich an einem Flussufer zu wehren. „Ich spreche mit vielen Leuten, die sich einsam fühlen. Sie wollen etwas tun, wissen aber nicht wie oder haben nicht das Geld“, sagt er. „Wir investieren viel Geld in die Verbesserung des Energieverbrauchs von Gebäuden, um den Klimawandel zu verhindern. Aber wir brauchen auch solche Pläne, um uns auf die realen Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. ”

Im Vorfeld der Bundestagswahl im September scheint das Thema Klima wichtiger denn je, und er hofft, dass sich diesmal wirklich etwas ändert. „Nach jeder Flut änderte sich etwas, aber im Allgemeinen sehr wenig. Dieser Vorfall ist tragisch und es wird lange dauern, sich davon zu erholen“, sagte Kuhlik. “Ich hoffe, dies wird ein Katalysator für echte Veränderungen sein.”

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