Weibliche Kolibris verkleiden sich als Männchen, um nicht belästigt zu werden

In Bezug auf die Farben sieht dies aus wie ein männlicher Kolibri, aber es ist ein Weibchen. US-Forscher haben herausgefunden, dass sich einige Weibchen als Männchen verkleiden, um nicht von Männchen belästigt zu werden.Irene Mendes Cruz-Statue

Im Vogelreich sind es meist die Männchen, die mit ihrem bunten Gefieder versuchen, die Weibchen zu beeindrucken. Dies ist auch beim Weißhalskolibri (Florisoga Millifora): In der Regel sind Weibchen in Graugrün und Weiß unauffällig und Männchen stehlen mit leuchtend blauem Kopf, metallisch-grünem Rücken und weißem Bauch die Show. Aber diese Dichotomie trifft nicht immer auf diese Vögel zu, wie sich herausstellt. Einige Weibchen haben die gleichen leuchtenden Farben wie die Männchen.

zwei Hypothesen

Die Forscher sehen zwei mögliche Erklärungen: Sie schreiben im Magazin aktuelle Biologie. Option 1: Hell gefärbte Weibchen sind für Männchen attraktiver und haben daher eine größere Chance auf Fortpflanzung. Option 2: Die leuchtenden Farben sorgen tatsächlich dafür, dass die Männchen sie weniger stören, mit dem evolutionären Vorteil, dass die Weibchen mehr Zeit für nützliche Dinge wie Nahrungssuche haben.

Biologen reisten nach Panama und fingen 436 Weißhalskolibris. Bemerkenswerterweise waren alle Jungvögel hell gefärbt, auch die Weibchen. Ältere Weibchen waren ebenso grau oder hell gefärbt wie die Männchen. Dies bedeutet, dass viele Weibchen im Laufe der Reife eine Veränderung durchmachen: von farbig zu grau. Die Forscher wissen nicht, ob dieses Phänomen genetisch bedingt ist, die Auswahl des Vogels selbst oder das Ergebnis von Umweltfaktoren.

Auf jeden Fall, so Biologen, ist es ein Argument für die Hypothese der sexuellen Belästigung. Jungvögel, die noch nicht gebrütet haben, sind nutzlos, wenn die Männchen ihre Farben mögen – es ist besser, sie mit den Männchen zu verwechseln und in Ruhe zu lassen.

Videoaufnahmen und Erfahrungen mit Kolibris, die ihnen ins Aussehen gestopft wurden, lieferten schlüssige Beweise: Graue Weibchen wurden häufiger belästigt als bunte Weibchen. Denken Sie an Verfolgungsjagden, klopfen Sie sich gegenseitig in die Federn und sogar an gelegentliche Ringkämpfe. Wenn sich das Weibchen als Männchen „verkleidet“, wird sie nicht sofort als Partnerin erkannt und kann ihren eigenen Plan schmieden.

Schlechte Energiebilanz

Martijn Hammers, Ökologe an der Aeres Hogeschool in Almere, der nicht an der Kolibri-Studie beteiligt ist, stimmt dem neuen Forschungsergebnis zu. Kolibris haben eine schlechte Energiebilanz und müssen unaufhörlich essen, um am Leben zu bleiben. Wenn ein Weibchen ständig belästigt wird, hat es keine Zeit zum Essen und das ist sehr ungünstig.

Laut Hammers beantwortet diese Forschung eine grundlegende evolutionäre Frage. Der Ökologe weist darauf hin, dass ein ähnliches Verhalten bereits von anderen Tieren bekannt ist. Weibliche Insekten nehmen manchmal auch die Farben der Männchen an, um sich nicht einschüchtern zu lassen. Die Tatsache, dass dies auch bei Kolibris vorkommt, deutet darauf hin, dass dieses clevere Phänomen im gesamten Tierreich verbreiteter sein könnte.

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