Wie nachhaltig ist das Fahren mit Wasserstoff?

Wasserstoff wird seit Jahren als Lösung unseres Energieproblems genannt. Aber warum nicht gemeinsam fahren?

“Wasserstoff wird oft als nachhaltige Alternative zu Benzin genannt, aber das ist nicht immer gerechtfertigt. Nur ein sehr kleiner Teil von Wasserstoff wird derzeit grün”, sagt Willem Haverkourt. Havercourt arbeitet an der TU Delft in den Niederlanden an einer nachhaltigen Form von Wasserstoff, die er einfach aus Wasser gewinnt.

Ein Wassermolekül besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Sie teilen es auf und dann bleibt brennbares Wasserstoffgas übrig. Haverkourt erklärt, dass wir diese Aufteilung mit Strom machen. “Indem Sie das Wasser mit einer kleinen Anstrengung anstrengen, geben Sie den Molekülen genug Energie oder Motivation, um auseinanderzubrechen.”

Sammelt man dann Wasserstoffgas, kann man damit beispielsweise Auto fahren. “Das einzige, was aus Ihrem Auspuff kommt, ist eigentlich Wasser oder Wasserdampf.”

Er fährt fort: “Das Komische ist, dass wir bei der Entwicklung von nachhaltigem Wasserstoff schon weit gekommen sind.” Zwei Holländer haben ihn 1789 erstmals aus Wasser gewonnen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Wasserstoff immer weniger aus Wasser, dafür aber immer mehr aus Erdgas gewonnen. “Das ist viel billiger. Der einzige Unterschied ist, dass Kohlendioxid freigesetzt wird und genau das wollen wir nicht.”

Doch Wasserstoff aus Wasser ist laut Haverkort nicht immer zu 100 Prozent nachhaltig. “Der Strom, mit dem man das Wasser teilt, muss grün sein, also kommt er beispielsweise aus Windmühlen oder Sonnenkollektoren. Nur dann kann man wirklich von grünem Wasserstoff sprechen.”

READ  Gott wischt sein Loch mit der Presse und der Wissenschaft ab

Ein weiteres Problem ist, dass man bei der Umwandlung von Wasser in Wasserstoff einen Teil der Energie verliert. Wasserstoff nimmt auch viel Platz ein.

“Um nicht mit einem riesigen Panzer fahren zu müssen, komprimieren wir ihn, aber man verliert dabei auch etwas Energie.”

Wasserstoff ist laut Haverkort nur dann wirklich relevant, wenn wir Strom aus nachhaltigen Quellen übrig haben. „Den Strom kann man dann in Form von Wasserstoff speichern und zum Beispiel in Tanks oder in unterirdischen Salzgruben speichern.“

Wasserstoff fungiert tatsächlich als Energieträger. “Genau wie eine Batterie oder ein Akkumulator. Wenn man Energie im großen Stil über einen längeren Zeitraum speichern will, wird Wasserstoff wahrscheinlich billiger und weniger umweltbelastend sein als Batterien.” So eignet sich Wasserstoff auch für große Schiffe, Lastwagen oder Flugzeuge. “Sie müssen nicht all diese schweren Batterien mitnehmen.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.