Wissenschaftler kartieren die seltsamen Essgewohnheiten von Schwarzen Löchern

Dies zeigt an, dass sie alle unterschiedliche Tabellenmanieren haben.

Nach der allgemeinen Relativitätstheorie ist ein Schwarzes Loch eine Region des Himmelsraums, aus der nichts – keine Teilchen, nicht einmal Licht – entweichen kann. Aber nicht alle diese schwarzen Löcher sind gleich groß. Einer von ihnen ist viel schwerer als der andere. Außerdem wissen wir, dass einige Schwarze Löcher extrem hungrig sind, während andere kaum etwas in den Hals bekommen können. In zwei neuen Studien, die in Kürze veröffentlicht werden sollen, haben Forscher beschlossen, sich mit den seltsamen Essgewohnheiten von Schwarzen Löchern zu befassen. Weil es einen Streifen gibt, der irgendwie erwischt wird?

Aktive Galaxien
Astronomen untersuchen seit den 1950er Jahren sogenannte aktive Galaxien. Dies sind Galaxien mit einem supermassiven Schwarzen Loch in der Mitte, das Materie verschlingt. Während dieses Prozesses werden andere intensive Radiowellen, ultraviolette Strahlen und Röntgenstrahlen freigesetzt.

Northern Commodity District
In der neuen Studie untersuchten die Forscher alle gut untersuchten aktiven Galaxien in der Region GOODS-North. Diese Region befindet sich im Sternbild Ursa Major. Bisher wurde diese Region hauptsächlich mit Weltraumteleskopen untersucht, die sichtbares, infrarotes und ultraviolettes Licht einfangen. Jetzt haben Astronomen diese Region aber auch mit hochempfindlichen Radioteleskopen untersucht (einschließlich des e-MERLIN-Netzwerks in England und des europäischen VLBI-Netzwerks und seines Zentrums in Dwingeloo).

Künstlerischer Eindruck einer aktiven Kerngalaxie. Im Zentrum der Galaxie befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch. Wenn ein Schwarzes Loch Materie verbraucht, können sich an den Rändern des Schwarzen Lochs zwei starke Strahlströme bilden, die auch als Jets bezeichnet werden. Diese Jets bilden riesige “Funkwolken”, die von Radioteleskopen erfasst werden können. (Foto: ESA / C. Carreau

Die Ergebnisse zeigen interessante Informationen über die Essgewohnheiten der Schwarzen Löcher. Zunächst stellt sich heraus, dass viele verschiedene Arten von Galaxien einen aktiven Kern haben. Schwarze Löcher, die in diesen Galaxien liegen, scheinen manchmal sehr hungrig zu sein und fressen eine Fülle von Materie auf, während andere fast verhungern. Auf jeden Fall konnten die Forscher die Tatsache entmystifizieren, dass alle zentralen supermassiven Schwarzen Löcher in Galaxien Perioden haben, in denen sie Materie aus ihrer nahen Umgebung verbrauchen. Aber die Ähnlichkeiten enden weitgehend dort. Obwohl Schwarze Löcher gerne gut essen, unterscheiden sie sich in ihren Tischmanieren.

READ  In einer Sekunde ans Ziel: Wann können wir uns wie in Star Trek teleportieren?

Aktiver Kern
Aber das ist noch nicht alles, was die Forscher aufdecken konnten. Zum Beispiel zeigen die Ergebnisse, dass ein aktiver Kern manchmal mit der Sternentstehung zusammenfällt, aber dies ist nicht unbedingt der Fall. Wenn Sternbildung auftritt, ist es schwierig, die Aktivität im Kern zu messen. Außerdem erzeugen die aktiven Kerne von Galaxien manchmal Radiowellen und manchmal nicht. Kolossale und erstaunliche Funkstrukturen können sich bilden, egal wie schnell ein Schwarzes Loch seine Nahrung verbraucht.

Radiotelescopen
Laut Forschungsleiter Jack Radcliffe zeigen die Beobachtungen, dass Radioteleskope sehr geeignete Werkzeuge sind, um die Essgewohnheiten von Schwarzen Löchern im fernen Universum abzubilden. Er sagt: “Das sind gute Nachrichten, denn SKA-Radioteleskope kommen und wir können tiefer in das Universum schauen.”

Mehr zum SKA Radioteleskop
Das SKA-Radioteleskop (Square Kilometer Array) ist ein großes Radioteleskop mit Tausenden von Empfängern, die derzeit in Südafrika und Australien gebaut werden. SKA ist fünfzigmal empfindlicher und bis zu 10.000mal schneller als andere Funkgeräte. Mit diesem leistungsstarken Radioteleskop wollen Astronomen das frühe Universum erforschen, insbesondere die Zeit, in der die ersten Sterne und Galaxien entstanden sind. Darüber hinaus kann das Teleskop auch Aspekte schneller Funkstöße erkennen, die wir uns noch nicht vorstellen können.

In der Zwischenzeit erhalten wir zum Teil dank dieser Studie immer mehr Hinweise darauf, dass in allen Galaxien supermassereiche Schwarze Löcher beheimatet sind. “Natürlich müssen sie irgendwann gewachsen sein”, sagt der Forscher Peter Barthel. “Dank unserer Beobachtungen haben wir jetzt ein Bild von diesen Wachstumsprozessen und beginnen langsam, aber sicher, sie zu verstehen.”

Bleib erstaunt ✨

Holen Sie sich jeden Freitag die schönsten Weltraumfotos und interessanten populärwissenschaftlichen Artikel. Holen Sie sich ein kostenloses Scientia-Magazin mit 50.000 weiteren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.